Mittwoch, 11. Juni 2014

Lebensmittel für den Müll!

Herzlichen Dank für die zahlreichen Kommentare zu meinen Zementförmchen. Ich war richtig platt, als ich die vielen lieben Worte von euch gelesen habe.Danke.Danke.Danke! Falls ihr auch mal versucht zu Zementieren, freu ich mich über Bilder und vielleicht habt ihr ja auch Lust mich zu verlinken?

Nun zu meiner Post von heute:

Diese Post wollte ich schon lange mal schreiben und irgendwie kam es nie dazu. Es ist ein sehr nachdenkliches Thema. Und vielleicht passt es auch gar nicht in die schöne und unbekümmerte Bloggerwelt. Aber trotzdem ist es ein brand aktuelles Thema. Immer wieder lande ich bei Reportagen und Berichte über das Essen und das Kaufverhalten der Menschen.
Wie ihr wisst habe ich punkto Einkaufen eher ein gespaltenes Verhältnis. Ich mag die Atmosphären in den Lebensmittelgeschäften überhaupt nicht. Oft ist mein Kopf nicht in der Lage im Wirrwarr der Leute und den vielen Lebensmittel zu entscheiden, was ich brauche. Meine Einkäufe wickle ich dementsprechend schnell ab. Ca. alle zwei bis drei Monate habe ich die Möglichkeit mit jemanden, der ein Auto hat, einkaufen zu gehen. Da pack ich alles ein was lange haltbar ist oder eingefroren werden kann: Mehl, Zucker, Hefe, Salz, Haferflocken, Teigwaren, Hygieneartikel, Kartoffeln, Zwiebel, Butter, Erbsen, etwas Fleisch, Abwaschmittel, Putzkram, eine kleine Menge an Dosen z.B. Pelatti, Tomatenpuree, Kichererbsen etc. Die frischen Produkten und Michprodukte kaufe ich einmal in der Woche als Ergänzung ein.
In einem zwei Personenhaushalt braucht es eigentlich gar nicht so viel. Wichtig sind dabei die Grundprodukte und viel Kreativität.





Nun zum eigentlichen Thema. Eine meiner ersten bewussten Nachricht über das Thema Lebensmittel für den Müll, habe ich vor ca. 10 Jahren aufgeschnappt. Es ging darum wieviel Backwaren in Österreich täglich im Feuer landet. Wien schmeisst täglich so viele Backwaren weg, wie Graz (zweit grösste Stadt in Österreich) täglich isst. Unglaublich oder?

Ich komme aus eher bescheidenen Familienverhältnisse und doch, so wie ich mich erinnern kann, wurde auch da weggeschmissen! Klar ist es schwierig nach den Bedürfnissen aller Familienmitglieder einzukaufen. Und Kinder essen ja immer unterschiedlich viel.

Als ich vor 8 Jahren begonnen habe selber einen Haushalt zu führen, war es mir immer wichtig den Kühlschrank zu füllen. Und ich musste da viel weg werfen.
Heute sehe ich das ganz anders. Es wird nichts mehr weggeworfen. Ich bringe es nicht mehr über das Herz etwas weg zu schmeissen, nur weil ich nicht kalkulieren konnte beim Einkaufen.
Brot backe ich so viel es geht selber, denn ich weiss, dass wir nie ein ganzes Brot innerhalb von zwei Tagen essen. Das selbstgemachte Brot hält viel länger und wenn mal was übrig ist, wende ich es in der Bratpfanne mit etwas Öl und Kräuter und verteile es über den Salat oder nehme es als Snack mit etwas Frischkäse.

Seit ca. 4-5 Jahren kaufe ich nun so ein, wie ich es aktuell mache. Fazit: Meine Rezepte schmecken mir, sind viel abwechslungsreicher und was mich sehr erfreut, mein Kehrichtsack braucht fast zwei Wochen bis er mal ganz voll ist (wir leben zu zweit in einem Haushalt mit Hund).

In der Schweiz gibt es einige Organisationen, die Lebensmittel sammeln aus Überproduktionen oder Ausschuss, Etikettenwechsel etc. Die Produkte sind alle ganz frisch und ohne Bedenken geniessbar (Siehe Beitrag von Hier z.B.) und werden an bedürftigte Personen weiter gegeben.

In meiner späten Jugend habe ich auch einige Bekanntschaften mit Leute gemacht, die Containern waren. Unglaublich was die alles für tolle Lebensmittel gefunden haben. Vorallem alles war in einem tadellosen Zustand. Ich durfte mit helfen beim Kochen und ich sag euch, wir haben wie die Könige gegessen und das alles umsonst. In der Schweiz alleine werden 50% der Lebensmittel einfach so weggeworfen (z.T. weil die grösse des Apfels nicht stimmt oder die Form der Gurke etc.). Das macht doch echt sprachlos.
In Zürich werden die jungen Grünen ende Jahr eine Container Woche starten. Solche Projekte sind nicht nur nachhaltig sondern verändern auch das Bewusstsein und ich denke auch der soziale Zusammenhalt wird gestärkt.

Ich weiss, dass sich viele Leute das Containern nicht vorstellen können und sich vielleicht auch ekeln würden. Für mich ist es für den Alltag auch nichts. Aber sympathisch ist es mir!

Am liebsten würde ich vom Bauern vis à vis einkaufen. Aber das geht nicht, da weit und breit keinen Hof ist. Nun ja zum Glück gibt es viele Labels die Bauern von der Region unterstüzen und Produkte in Grossverteilern verkaufen. Eine alternative wäre der Samstagsmarkt bei uns, aber ich bin nicht in der Lage so viel Geld auszugeben. Die Preise sind sehr hoch. Es ist ja nicht so, dass ich das nicht will oder berechtig finde, aber eben ist es auch immer wieder eine Budgetfrage.

Das war mal eine ganz andere Post von mir, aber bloggen heisst ja auch sich über aktuelle Gedanken zu äussern oder? Ich könnte noch lange schreiben, aber ich lass es hier mal stehen.
Viel mehr nimmt mich es wunder wie ihr zu den Lebensmittel steht?

Was denkt ihr über eines der wichtigsten Ressourcen: Nahrungsmittel für uns Menschen?
Wie geht ihr mit Lebensmittel, die ihr zu viel eingekauft um? Oder gibts das bei euch nicht?

Ich wünsche euch einen guten Tag! Heute wirds wieder so einen prätchtigen Sommertag!

Herzlich 

Kuhmagda





Kommentare:

  1. Hallo liebe Kuhmagda,
    herzlich willkommen auf meinem Blog.
    Hier bin auch nun ich :-)

    Deine Gedanken sind sehr gut.
    Es ist alles gesagt dazu....Besser könnte man es gar nicht in Worte fassen.
    Danke dafür.
    Ich mag es, wenn auf Blogs auch über solche Themen geschrieben wird.

    Viele Liebe Grüße
    von Tina

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  2. Liebe Kuhmagda
    Du schreibst mir aus der Seele....und doch, genau solche Sachen gehören in die "wunderschöne Bloggerwelt"!
    Wir sind 6 Personen und ich brauche pro Woche einen 35Liter-Abfallsack. Wenn ich andere Abfallberge sehe, sind wir so gar nicht schlecht.
    Wir trennen was wir können und im Vorfeld probiert man natürlich so viel wie möglich "Abfall" zu vermeiden.
    PS; ja, ich komme auch aus der Schweiz. Aus dem Thurgau, um genauer zu sein.
    In welcher Ecke wohnst Du?
    Liebe Grüsse
    Sara

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  3. ...vermutlich kennst du auch den Film "frisch auf den Müll" - ich habe ihn letzte Woche mit meiner Kundschaft angeschaut, war sehr sehr schockiert, was schon wegkommt, bevor ich von diesem schrecklichen Ausmaß ahne. Jeder von uns kann und muss einen Beitrag dazu leisten, ich persönlich brauche zum Beispiel die Riesenauswahl an 100 Joghurts nicht und versuche wirklich nur regionales zu kaufen. Es wird uns in den Supermärkten nicht leicht gemacht. Zum Brotbacken fehlt mir leider die Zeit, aber in den Ferien könnte ich mich echt mal dran machen.
    Liebe Grüße

    Gabi

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  4. Sali du.
    Das ist in der Tat ein sehr aktuelles Thema. Wir schreiben seit einigen Jahren (übrigens führen wird auch seit etwa 8 Jahren einen eigenen Haushalt ;)) einen Wochen-Menüplan. Seither haben wir weniger Ausgaben für den Wocheneinkauf und weniger Essen was wir wegwerfen. Das ist also mein Tipp Nr. 1 wenn Leute zu viel wegwerfen. Ansonsten lacht einem etwas im Laden an, das man dann in der hinterten Kühlschrank-Ecke wieder vergisst und irgendwann findet man es wieder, aber dann ist es zu spät. Dinge wie wir frisch benötigen, holen wir im kleinen Coop im Dorf.
    Leider haben auch wir keinen Bauer gleich so nebenan. Ich kaufe wahnsinnig gerne bei Bauern ein :). Einen Samstagsmarkt haben wir in Aarau und da finde ich ehrlich gesagt nicht, dass es teuer ist. Also Früchte und Gemüse jedenfalls nicht. Was teuer ist sind so Dinge wie selbstgemachte Pasta. Aber da bin ich noch nicht soweit, dass ich nur solche essen würde :D.
    Liebe Grüsse

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  5. Liebe Kuhmagda,
    auch ich finde es schlimm Lebensmittel wegzuwerfen.
    Ich habe das Glück in einer Großstadt zu leben,
    daher kann ich täglich das einkaufen was ich gerade brauche und worauf ich appetit habe.
    Dadurch wandert bei mir so gut wie garnichts in den Müll.

    Liebe Nixengrüße von Inge

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