Montag, 6. Oktober 2014

Frankreich meine grosse Liebe- Kanutour auf dem Allier!


Heimlich ist Kuhmagda mit Sack und Pack für eine Woche nach Frankreich gefahren. Das wär ja nichts aussergewöhnliches. Denn in den letzten 10 Monaten war ich ja bereits zwei Mal in Paris. Aber diese Reise führte in die Mitte von Frankreich. Genauer gesagt zum Allier. Ein wunderschöner Fluss, der sich zum Teil durch ein unbeschreiblich schönes Naturschutzgebiet schlängelt. Mit genommen wurden Schwimmwesten, Outdoor Bekleidung, Sonnencreme, die Zeltausrüstung und vieles mehr. Auf dem Dach des Autos transportierten wir den Kanadier für unsere kommende Kanureise auf dem Allier. Lange ist es her, dass ich eine mehrtägige Kanutour geplant habe. Es war also höchste Zeit. 
Angekommen in Frankreich stellten wir unser Zelte einem kleinen Zeltplatz auf direkt am Allier. Wir genossen die Umgebung, kauften fleissig ein, erkundeten ein Brocante und genossen die Sonne. Es war richtig sommerlich warm. Am zweiten Tag war unsere kleine Gruppe von vier Personen dann komplett. Eigentlich wollten wir noch einmal auf dem Zeltplatz nächtigen und dann los paddeln, aber leider hat uns der heftige und langandauernde Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir sind ja flexibel und dank einer guten Ausrüstung, die sich schon mehrmals sehr gut bewährt hat, genossen wir ein ausgiebiges Frühstück mit allem drum und dran. Am Nachmittag wollten meine drei männlichen Begleiter Wein degustieren gehen. Da ich kein Alkohol trinken kann, nahm ich meine Kamera mit und erkundete die Umgebung auf dem Weingut und deckte mich mit leckeren Bonbons aus der Region ein. 













Nach diesem regnerischen Tag, kehrte am nächsten Tag der Sommer zurück, der uns bis zum Ende unserer Tour treu blieb. Die Nächte waren eher kühl und wohl hin und wieder im einstelligen Bereich. Aber frieren mussten wir nie. Wer hier schön länger bei Kuhmagda mitliest weiss, dass ich nirgends besser schlafen kann als im Zelt. 



Den Tagesablauf gestalteten wir ganz nach unserem eigenen Rhythmus. Wir pflegten das ausgiebige Frühstück wie zu Beginn jeden Tag und wurden während dem Essen aufgewärmt von der Sonne. Kurz nach dem Mittag waren unsere Boote wieder bereit zum Abfahren. Den ganzen Nachmittag paddelten wir, bestaunten die Landschaft und führten zahlreiche gute Gespräche. Gegen den Abend suchten wir unsere neue Bleibe. Das Nachtlager wurde auf Sandbänken oder am Flussufer aufgebaut. Während der Fahrt in den Abend wurden wir belohnt mit verschiedenen Tieren, die sich an den Fluss wagten. Kleine hoppelnde Hasen, Rehe, Gänse und andere Vögel liesen sich blicken. Die dicke Bisamratte (so gross wie ein riesen Kater) begrüsste uns auch noch. Zum Glück sass ich im Boot, denn dieses Tier bescherte mich einer grossen Portion Hühnerhaut. 



Die Stimmung entlang des Alliers war ergreifend schön. Jeder Tagesabschnitt brachte eine neue Stimmung. Der erste Sonnenuntergang der Tour war fast so, als würde die Welt stehen bleiben und sich nur von der schönsten Seite zeigen. Der Bodennebel lies die Nächte auf den Sandbänken in eine Mondlandschaft verwandeln. Wir dachten so müsste es wohl auf dem Mond aussehen. 
Die Mittagssonne bräunte unsere blase Haut und wir konnten ganz viel Vitamin D speichern.


Gekocht haben wir immer über dem Feuer und wer jetzt denkt, dass wir einfach gegessen haben liegt voll daneben. Wir haben geschlemmt wie die Weltmeister. Es gab jeden Tag ein wunderbares Menue und ein kleines Dessert. Der Kochjob hab ich gefasst, die Jungs haben das Feuer gemacht und die Zelte aufgestellt. Diese traditionelle Aufteilung fand ich richtig gut!





Und ja ihr seht richtig. Eine Abwaschmaschine hatten wir auch. Das Geschirr eine Stunde über dem Feuer auskochen und es ist ultra sauber ;-) Nicht schlecht oder?
Während der Reise auf dem Fluss begeneten wir nur ganz selten Menschen. Ab und zu stand ein Fischer einsam in der Landschaft. 
Der Fluss war noch angenehm warm, gerade so, dass ich mit Duschmittel in der Hand einen Schwumm machen konnte. 





Der Fluss führt im Herbst nicht viel Wasser, darum waren die zahlreichen Baumleichen im Wasser manchmal eine kleine Herausforderung und brauchte etwas Aufmerksamkeit. Bis auf eine kleine Panne (weil wir zu viel gequatscht haben) waren wir nie in eine Notsituation geraten. Das Boot bliebt auf einem grossen Stein hängen und wir konnten es jedoch mit Bravour sichern und uns von dieser misslichen Lage befreien. 





Die Reise war ein voller Erfolg. Jeder kehrte entpannt nach Hause zurück. Die Natur gibt so viel und lässt einem einen grossen Abstand nehmen vom Alltagstrubel. Die Zeit spielte keine Rolle, die Natels wurden abgestellt. Keine Informationen aus der weiten Welt. Einfach mal sein und sich wortwörtlich treiben lassen. 
Besonders angetan haben mir die Feuer am Abend. Lange sassen wir jeweils um die warme Quelle und genossen es sehr. Ich war meistens die Erste, die sich verabschiedete und sich hinlegte. Die viele frische Luft macht glücklich müde. 



Gibts hier unter den Leserinnen eigentlich auch Paddler? Oder hat jemand auch Erfahrung damit?
Für uns war klar, dass wir nächstes Jahr wohl wieder in dieser Gruppenkonstellation eine Tour planen werden.

Ganz lieben Dank an euch für die vielen Kommentare zu der letzten Post. Die hatte ich vorbereitet gehabt und darum nicht reagieren können. Es hat mich nach unserer Heimkehr sehr gefreut, alle eure lieben Worte zu lesen. 
Nun werde ich bald auch eine Runde bei euch machen und schauen was bei euch so passiert ist.

Allen einen ganz guten Wochenstart! Bei uns geht es am Morgen mit Bodennebel weiter und die Tage werden nochmals richtig warm. Was für ein Herbst!

Herzlich
Kuhmagda




Kommentare:

  1. Das klingt richtig gut muss ich sagen :).
    Ich war nur einmal paddeln mit meiner Klasse Ende Lehre auf der Aare. Das hat aber echt Spass gemacht. Nur würde ich mich sowas nicht getrauen ohne einen professionellen Guide oder einfach eine erfahrene Person. Bin ein Schisshaas ... :D

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    1. War schon x mal mit dem Kanu unterwergs. Auch wurde mir mal ein Wehr im Kanton Aargau zum Verhängnis ;-), aber da ich mit erfahrenden Paddler unterwegs bin, fühl ich mich immer wohl. Oder wenn es mir nicht passt, bin ich auch schon joggend dem Fluss entlang gegangen.

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  2. Servus, vielen Dank für Deine schönen Eindrücke und die tollen Fotos. Das klingt nach einer tollen Erfahrung. LG Sunny

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  3. Liebe Kuhmagda,
    ich habe Deine Bilder und den Bericht über die Ferien sehr genossen. Ich war als Kind oft bei meinen Verwandten an der Loire und fand das immer wunderbar!
    Paddeln wäre auch mal was für mich. Bisher habe ich damit nur beim Aareböötle Erfahrungen gesammelt;)
    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende und dass Du noch lange in Erinnerungen an die Ferien schwelgen kannst!
    Liebe Grüsse,
    Signora Pinella

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  4. Wow ich bin ganz begeistert von deinem Reisebericht. So eine Fahrt würde meinem Freund bestimmt auch gefallen. Es klingt alles so romantisch, gemütlich und gleichzeitig abenteuerlich. Sehr toll!

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  5. Ich war selber noch nie in Frankreich, aber es muss ein wunderbar schönes Land sein. Deine Bilder sind so toll!

    Einen schönen Abend.
    Katharina

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  6. Schade, dass ich die Fotos nicht richtig sehen kann (ja mein bekanntes Notebookproblem, aber die Tourbeschreibung allein war auch ein Genuss.

    Mein Paddelrevier ist allerdings deutlich nördlicher ... meine Paddelflüsse in Mecklenburg-Vorpommern heißen Peene, Trebel und Warnow und einmal im Jahr darf mein uraltes Faltboot auch in Smaland den Arasjön überqueren.

    Nen lieben Gruß von Antje

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