Sonntag, 10. August 2014

Nudeln Carbonara im Chäs & einen spannenden Stadtteil

Denn läbt die gueti Kuhmagda scho sit Geburt 30 Jahr i de Schwiiz und het na nie Nudle mit Carbonara Sauce im Chäs gässe. Was für en Traum, das chan ich üch verspräche! 
Gärn wet ich euch öpis usemene geheimnisvolle Stadtteil vo mim Heimatort verzelle? Alles klar? Jedes Wort verstanden? Nicht? Dann wechsle ich doch wieder auf die die Schriftsprache.
Oder doch uf schwiizerdütsch witer schribä? Ich hät ja scho mal luscht en Post so z verfasse, aber hmm. Ich verschiebe das uf es anders Mal. 


Diese Post muss bei einem so leckeren Essen, mit Schweizderdeutsch beginnen. Findet ihr nicht auch?
Gestern hat ein Kollege von uns angerufen und uns spontan zu einem Dachterassenessen eingeladen.
Nach getanem Zivildiensteinsatz auf der Alp, bekam er von der Älplerfamilie einen 7,5 Kilo Käse vom eigenen Hof. Nicht schlecht oder?



Und was macht der gestandene Bursche daraus? Das beste Essen, seit eh und je. Der Anblick alleine war schon einen Grund auszuflippen.


Der Käse wurde von ihm ausgehöhlt und anschliessend wurden Nudeln (Spaghetti, wäre traditionell gewesen, wollte er aber nicht) mit der Sauce darin serviert. Abgerundet wurde die Speise mit angerösteten Zwiebeln und viel Kräuter. 


Poahh wir haben selten so viel gegessen. Alle waren proben voll. Aber meine legendäre Himmbeerquarktorte war anschliessend auch noch bis auf zwei Krümel verspeist worden.
Ich sags euch, da ruft mein Schweizerherz ganz laut: Juhuuuueee. Ich als Chäs-Liebhaberin und Quarksüchtige kam voll und ganz auf die Rechnung. 



Die Aussicht auf der Terrasse war ein Traum. Das Haus steht in einem der bewegtesten Quartiere unserer Stadt. Die Strassen sind eng. Die Gerüche erinnern einem an Indien, Afrika, Asien. Es sind vorallem viele Ausländer da und viele Studenten.  Die Menschen quatschen draussen auf der Strasse, Kinder spielen und ab und zu gibts auch traurige Gestalten. Es wird bis weit in die Nacht gelacht, gespielt, getanzt, gelebt. 
Das Quartier hat jedoch auch seine Schattenseiten. Die Prostitution, wie auch die Dealerei haben dort ihren festen Platz. Viele von unserer Stadt nehmen das Quartier gerne genau unter die Lupe und finden immer Fehler um es als einer der grossten Schandflecken zu nennen. Ich bin da anderer Meinung. Ich mag es gerne etwas lebendig und bunt.



Aber ich lieb das Quartier. Täglich fahr ich dort durch, wenn ich zur Arbeit und täglich hab ich das Gefühl, das Quartier ändert sich von Tag zu Tag. Mal schliesst ein Coiffureladen, dann geht eine Kebabbude auf, die wiederum wird nach kurzer Zeit abgelöst von einem Lebensmittelgeschäft durch Menschen aus einem anderen Land. Der einzige der seit meinen Kindsheitserinnerungen immer noch sein Geschäft betreibt, ist ein kleines Bestattungsunternehmen (Auch die Schaufensterdekoration ist immer noch die Gleiche seit 25 Jahren oder mehr). Unser Historisches Museum hat eine ganze Weile, eine Theatertour über das Quartier gespielt. Ich habe die Tour zwei-drei Mal gesehen und war begeistert. 


Angefangen hat die Tour mit einem Telefongespräch, dass fast unmöglich war. Denn die Eisenbahn fährt durch das Quartier und da die Gleise erhöht sind, sieht man bei der Lädelistrasse-Bewohner direkt in die Stube, Küche oder in andere Räume. Die Häuser sind alt und darum sind auch die Schalldichte der Fenster nicht mehr ganz auf dem heutigen Stand. Die beiden Telefonierenden müssen  für einen Moment warten, bis weiter gesprochen werden konnte. Das ist eben auch Alltag!


Auf der Terrasse wo wir gestern waren, ist alles nicht mehr so laut. Ab und zu ein Lachen vom Nachbarsbalkon oder Kinderstimmen,  die sich mit Fussballspielen vergnügen oder das leise Rauschen, des vorbei fahrenden Zuges. 

Das Wetter spielte mit! Der Mond stand anfangs des Abend kugelrund, ganz blass am Horizont. Die Sonne auf der gegenüber liegenden Seite des Himmels leuchtete alle Fassaden an und die Schornsteinziegeln leuchteten um die Wette.

Und weil solche Abende nach Wiederholungen schreit und der August uns doch noch ein paar so schöne Abende schenken soll. Könnte das ein Monatsmotte werden: Das Leben geniessen mit guten Menschen und feinem Essen! Natürlich darussen auf der Terrasse oder in einem Garten oder am See. Gerne verlinke ich die Post bei Wert-Voll!

Was für ein toller Abend das war! Machts gut ihr Lieben da draussen.

Herzlich 
Kuhmagda

P.S. Uiii wann knackt Kuhmagda die 100 Leser-Grenze? Freu mich immer wieder auf neue Leser. Seit herzlich Willkommen und fühlt euch wohl!

Kommentare:

  1. Grias Di liabe Kuhmagda,
    oiso i hab jedes Wort verstanden.
    I werd iatz amal in mein Dialekt schreiben ;-) I hoff du vastehst mi a? :-) :-)

    De Nudln schaun sensationell guad aus. I mog Nudln und Kas sooooooooooooooooooooooooooo gern. Lecker!!!
    Do könnt i mi drinnen eigrobn...
    *lächel*

    Bis boid
    Dei Tinale

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    1. Ohh und ich hab alles auch verstanden.
      Der Käse war echt super fein.

      Bis boid (das Wort ist so lustig)

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  2. Ohhhh....wie lecker das schon alleine auf den Fotos ausschaut!!! Da bekommt man ja direkt hunger!!! Das glaube ich, dass das lecker war!!! Und zum Abschluss noch ein toller Nachtisch...perfekt!!
    Tolle Bilder zeigst du uns da...
    Liebe Grüße
    Sandra

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  3. Hallihallo,
    so ne gfüute Chääs ha nig no nie xeh. Aber fein gset er us!
    Wünsche e gäbigi Wuche.
    Grüessli Simone

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  4. Sieht sehr lecker aus. Scheint ja eine spannende Gegend zu sein. Aber es sind die Kontraste, die das Leben spannend machen. Ohne Schatten kein Licht.
    vo mir aus kannst Du mondart schreiben, ich versteh Dich schon.
    LG aus Oberbayern
    Sunny

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    1. hmm ich muss es mir nochmals durch den Kopf gehen lassen. Da ich aber im Alltag sehr viel Schweizerdeutsch schreibe und ich manchmal schon fast Mühe habe in Schriftsprache zu schreiben, lass ich es lieber so bleiben wie bis anhin.

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  5. Ich versteh so leider wenig, aber ab und zu, warum nicht.
    Das Essen sieht wirklich köstlich aus! Und das Motto gefällt mir sehr!
    Schön, dass du dabei bist!
    Liebe Grüße, Sonja

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